Berliner Schnauze? “Fuck you” als Unmutsäußerung!

Berliner Schnauze? “Fuck you” als Unmutsäußerung!

Rechtfertigt die Äußerung “Fuck You” durch den Mieter gegenüber dem Hausverwalter in einem bereits angespannten Mietverhältnis die Kündigung?

Jedenfalls nicht in Berlin; laut Gericht sei dies eine jugendsprachlich verbreitete Unmutsäußerung, die nicht derart schwerwiegend und ehrverletzend sei, dass sie die Fortsetzung eines Mietverhältnisses unzumutbar machte.

Als carte blanche sollte dies jedoch nicht verstanden werden. Auch unsere schwäbische Muttersprache kennt so manche Unmutsäußerung, welche in anderen Teilen der Republik – nach entsprechender Übersetzung – als Beleidigung aufgefasst werden könnte! Dennoch sollte man sich auch hier hüten, einen “neig’schmeckten” Vermieter als “Lombaseggl” o. ä. zu titulieren … schließlich gibt es auch neig’schmeckte Richter, die dererlei Äußerungen dann doch als jenseits gepflegter schwäbischer Umgangsformen betrachten könnten! Denn grundsätzlich können erhebliche Beleidigungen des Vermieters oder seiner Vertreter durchaus eine Wohnraumkündigung rechtfertigen.

(AG Köpenick, 06.10.2020, 3 C 201/19

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