Kaskoversicherung: Vertragsstrafe bei zu hoher Fahrleistung

Kaskoversicherung: Vertragsstrafe bei zu hoher Fahrleistung

In Kaskoverträgen wird typischerweise eine maximale Jahresfahrleistung vereinbart. Bei einer geringeren Fahrleistung genießt der Kunde Prämienvorteile, wohingegen bei einem Überschreiten dieser Fahrleistung eine Vertragsstrafe fällig wird.

Nicht in jedem Fall! Die Vertragsstrafenklausel kann den Kunden unangemessen benachteiligen, insbesondere, wenn sie keine Einschränkung der Vertragsstrafe für den Fall vorsieht, dass der Kunde die vereinbarte Fahrleistung fahrlässig und geringfügig überschreitet.

Im entschiedenen Fall war eine Jahresfahrleistung von 15.000 km vereinbart. Eine Überschreitung um nur 1 Kilometer hätte eine Vertragsstrafe von 500 Euro ausgelöst, der ein Prämienvorteil von lediglich 0,01 Euro gegenüberstand. Dies befand das Gericht als nicht angemessen!

Fazit: Die vereinbarte Fahrleistung sollte realistisch sein, ist aber nicht sklavisch zu beachten. Im Zweifelsfall, wenn doch einmal mehr Kilometer als gedacht anfallen, sollte dies der Versicherung schlicht angezeigt werden. Schlimmstenfalls erhöht sich dann die Prämie um ein paar Euro, jedenfalls aber entsteht dann keine Vertragsstrafe.

(LG Koblenz, Pressemitteilung vom 03.11.2021)

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